China und Japan · Kyoto, Japan

Omamori

Auch bekannt als O-mamori, Mamori

Kleine Seidenbeutel aus Shintō-Schreinen und buddhistischen Tempeln: Omamori tragen einen Segen für Sicherheit, Lernen, Liebe oder Glück und werden nach etwa einem Jahr mit Dank zurückgegeben.

An fast jedem Shintō-Schrein und buddhistischen Tempel in Japan finden Sie einen Schalter mit kleinen, kunstvoll gewebten Beuteln. Das sind Omamori, heilige Amulette, die den Schutz der Gottheit des Schreins oder des Buddha des Tempels in sich tragen. Man trägt sie im Alltag bei sich, als Segen für Sicherheit, Erfolg und Glück.

Ein heiliger Gegenstand, kein Andenken

Das Wort Omamori kommt von mamoru, „schützen“, mit der ehrenden Vorsilbe o. Im Beutel steckt ein Streifen aus Papier oder Holz mit dem Namen einer Gottheit oder buddhistischen Gestalt, einem Gebet oder einer heiligen Inschrift, gesegnet von Priestern oder Mönchen. Der Beutel ist nur die Hülle; als heilig gilt den Gläubigen der Streifen darin.

Deshalb werden Omamori traditionell nie geöffnet. Auf Japanisch sagt man zudem eher, man „empfange“ ein Omamori, statt es zu kaufen, und das Geld am Schalter versteht man als Opfergabe. Besucher jeder Herkunft dürfen Omamori empfangen, und Schreine wie Tempel freuen sich, wenn Reisende eines mit nach Hause nehmen.

Wurzeln im Leben von Schrein und Tempel

Schützende Gaben heiliger Orte haben in Japan eine lange Geschichte. Eng verwandt sind die Papiertalismane namens , die Schreine und Tempel für das Zuhause ausgeben, und das tragbare Omamori entstand aus demselben Wunsch, einen Segen in der Nähe zu haben. Die bunten Brokatbeutel, die man heute kennt, verbreiteten sich erst in jüngeren Jahrhunderten, als Pilgerfahrten und Reisen zunahmen.

Kyoto, die alte Kaiserstadt, ist ein wunderbarer Ort, um ihre Vielfalt zu sehen. Jeder der vielen Schreine und Tempel bietet eigene Muster an, oft geschmückt mit dem Wappen, den Blumen oder den Tieren, die zu dem Ort gehören. Schreine des Tenjin, des vergöttlichten Gelehrten Sugawara no Michizane, wie der Kitano Tenmangū, werden jedes Jahr von Schülern und Studierenden besucht, die auf Erfolg beim Lernen hoffen. Andere Orte sind für Amulette für die Liebe, sichere Reisen oder das Geschäft bekannt, sodass ein einziger Tag in der Stadt die ganze Bandbreite zeigt.

Arten von Omamori

Jedes Omamori hat einen bestimmten Zweck, der meist in japanischen Schriftzeichen auf der Vorderseite steht. Zu den häufigsten gehören:

  • Kōtsū anzen, für Sicherheit im Straßenverkehr, oft im Auto aufgehängt.
  • Gakugyō jōju, für Erfolg beim Lernen und in Prüfungen.
  • En-musubi, für die Liebe, gute Beziehungen und die Begegnung mit einem Partner oder einer Partnerin.
  • Shōbai hanjō, für ein blühendes Geschäft.
  • Yakuyoke, zur Abwehr von Unglück, besonders in Lebensjahren, die traditionell als Unglücksjahre gelten.
  • Kaiun, für Glück ganz allgemein.

Manche Schreine und Tempel bieten Amulette auch in anderen Formen an, etwa als Holztäfelchen, kleine Glöckchen oder Tonfigürchen, und viele gestalten Muster, die mit den Jahreszeiten wechseln oder an ein besonderes Fest erinnern.

Ein Omamori empfangen

Es ist üblich, zuerst die Haupthalle aufzusuchen und ein kurzes Gebet zu sprechen, bevor man am Schalter ein Amulett auswählt; an Schreinen heißt dieser Schalter oft Juyosho. Lassen Sie sich Zeit: Muster und Zwecke unterscheiden sich von Ort zu Ort, und viele wählen eines für sich selbst und eines für einen geliebten Menschen.

Nehmen Sie es mit beiden Händen und einem Wort des Dankes entgegen. Viele Omamori stecken in einem kleinen Papierumschlag, der sie sauber hält, bis Sie sie bei sich tragen möchten.

Tragen und zurückgeben

Ein Omamori soll Sie begleiten. Darum bindet man es an die Tasche, steckt es in die Geldbörse oder hängt es ins Auto. Mehrere Omamori von verschiedenen Orten bei sich zu tragen, gilt allgemein als unbedenklich; wichtiger als jede strenge Regel ist, jedes einzelne mit Sorgfalt zu behandeln.

Dem Brauch nach hält der Segen eines Omamori etwa ein Jahr. Viele bringen es dann zu dem Schrein oder Tempel zurück, wo sie es empfangen haben, oft um Neujahr, und empfangen ein neues. Die alten Amulette werden gesammelt und in einer Dankeszeremonie rituell verbrannt, die oft heißt. Verbreitet ist es aber auch, ein liebgewonnenes Omamori länger zu behalten.

Shintō-Amulette gehen traditionell an einen Schrein zurück, buddhistische an einen Tempel. Wenn Sie nicht an den ursprünglichen Ort zurückkehren können, nehmen viele Schreine und Tempel auch Amulette an, die anderswo empfangen wurden.

Verwandte und Geschenke

Omamori gehören zu einer großen Familie japanischer Glücksbringer, von der Winkekatze bis zum runden roten Daruma, der am Ende seines Jahres ebenfalls oft an einen Tempel zurückgebracht und verbrannt wird. Anderswo halten Menschen einen Segen auf andere Weise nah, vom roten Armband am Handgelenk bis zur Augenperle gegen den bösen Blick.

Ein Omamori, das man auf einer Reise empfängt und einem Freund oder einer Freundin schenkt, gehört zu den persönlichsten Geschenken aus Japan. Es sagt ganz schlicht, dass man an einem heiligen Ort an diesen Menschen gedacht hat. Weitere Ideen finden Sie unter Talismane als Geschenk.

taliaris beschreibt Glauben und Bräuche; wir behaupten nicht, dass ein Talisman eine Wirkung hat.

Fragen und Antworten

Gut zu wissen

Dürfen Besucher, die nicht aus Japan kommen, Omamori empfangen?

Ja. Schreine und Tempel heißen Besucher jeder Herkunft willkommen, und ein Omamori respektvoll zu empfangen, mit einer kleinen Verbeugung oder einem Wort des Dankes, ist eine schöne Erinnerung an einen Besuch. Behandeln Sie es als heiligen Gegenstand und nicht als Dekoration.

Warum sollte man ein Omamori nicht öffnen?

Der Streifen im Inneren gilt als das heilige Herz des Amuletts, und wer den Beutel öffnet, stört nach traditioneller Vorstellung seinen Segen. Ihn geschlossen zu lassen, ist außerdem ein einfaches Zeichen des Respekts.

Was macht man mit einem alten Omamori?

Der Brauch ist, es nach etwa einem Jahr einem Schrein oder Tempel zurückzugeben, wo es mit Dank rituell verbrannt wird. Shintō-Amulette gehen an Schreine, buddhistische an Tempel, und viele Orte nehmen auch Amulette an, die anderswo empfangen wurden.